Die Heiterkeit – Schwarze Magie

In Reviews von Eric

Gar nicht so einfach, im Stella-Sommer-Imperium den Überblick zu behalten. Mal veröffentlicht sie unter eigenem Namen, mal als bzw. mit Die Heiterkeit und kürzlich auch als Die Mausis zusammen mit Kollege Drangsal.

Die neueste Sommer-Platte ist wieder eine Die-Heiterkeit-LP geworden, die inzwischen fünfte und die erste seit sechs Jahren. Die bietet eine – aufgrund der Weltlage dringend nötige – musikalische Schulter zum Anlehnen und verspricht: „Auch das hier wird vorübergehen“. Aber so richtig scheint sie an dieses Mantra selbst nicht zu glauben, denn sie flüchtet sich in den vorherigen Songs lieber in mythische Welten zwischen Franz Kafka, Die drei ??? und dem Great American Songbook. Stilistisch entfernt sich die Wahlberlinerin vom Wave-Pop der Vorgängerplatte und neigt stattdessen dem Folk zu. Angesichts des Erfolges des Chalamet-Dylan aktuell keine schlechte Entscheidung.

Die Besoffenheit von der eigenen Gravitas ist bei Sommer manchmal anstrengend, das gleicht sie aber oft mit Esprit wieder aus. „Schwarze Magie“ ist sicher kein Album für alle und jede Zeit, kann aber im richtigen Moment umso mehr wirken.

Tracklisting

  1. Läute die Glocken
  2. Wir erholten uns vom Fieber
  3. Alles, was ich je geträumt hab
  4. Dunkle Gewitter
  5. Teufelsberg
  6. Wenn etwas Schönes stirbt
  7. Wie stehen die Chancen
  8. Schwarze Magie
  9. Im kalten Februarregen
  10. Santa Ana
  11. Die Welt war jung, die Ängste alt
  12. Auch das hier wird vorübergehen
  13. Wie man ein Gespenst heilt