Lucy Dacus – Forever Is A Feeling

In Reviews von Eric

Das neue, vierte Soloalbum von Lucy Dacus ist geprägt von der relativ frischen Liebesbeziehung zu ihrer boygenius-Bandkollegin Julien Baker. Dacus‘ Texte fangen die vielen kleinen Unsicherheiten einer neuen Liebe und das gleichzeitige brennende Verlangen ein, plus die zusätzlichen Belastungen, die aus ihren Status als öffentliche Personen herrühren. Aber genauso geht es auch um scheiternde oder nie zustande gekommene Beziehungen. „This is bliss, this is hell. Forever is a feeling and I know it well“, singt die aus Virginia stammende Musikerin im Titelstück.

Musikalisch sind die Indie-Folk-Songs opulent orchestriert und fein ziseliert, Streicher kommen immer vor, aber auch eine einzelne Akustikgitarre. Die Amerikanerin lässt sich an einigen Stellen aufreizend viel Zeit, um dann doch noch mit einer tollen Hook oder einer schönen Melodie um die Ecke zu kommen. Die Songs sind teilweise so schön präsentiert und produziert, dass man sich einen lauten (Aus-)Bruch wünscht, wie man ihn von boygenius oder auch den früheren Platten von Dacus kennt.

Die prominenten Gäste der LP – u.a. Baker, Phoebe Bridgers, Bartees Strange und Hozier – halten sich vornehm im Hintergrund und überlassen Dacus die Bühne, um ihr Songwriting glänzen zu lassen. Man würde sich nur wünschen, dass sie diese Bühne mit noch mehr Chuzpe besetzt.

Tracklisting

  1. Calliope Prelude
  2. Big Deal
  3. Ankles
  4. Limerence
  5. Modigliani
  6. Talk
  7. For Keeps
  8. Forever Is A Feeling
  9. Come Out
  10. Best Guess
  11. Bullseye
  12. Most Wanted Man
  13. Lost Time